Motivierende Sprache

Obacht! Sprache trifft auch die eigenen Ohren. Und motiviert dementsprechend. Oder auch nicht.

Motivierende Sprache

(Dieser Artikel verwendet das Du, denn er ist ein Ausschnitt aus einem Buch, der wörtlich übernommen wurde.) Was an Sprache unseren Mund verlässt, kommt bei den Ohren wieder an. Auch bei den eigenen. Du hörst Dich eben auch selbst reden. Ich mich auch. Jeder von uns. Und das hat Folgen.

Du dachtest, dass Deine Sprache nur gut dazu wäre, mit anderen zu kommunizieren?

Weit gefehlt. Was immer Du sagst, als Erstes hörst Du es ja selbst. Nutze das doch zu Deinem Vorteil. Das funktioniert schon bei Kleinigkeiten. „Mir fällt das nicht ein!“ lohnt sich durch ein „Das fällt mir gleich ein!“ zu ersetzen. Und sich damit quasi dem eigenen Gehirn den Befehl zu geben, dass die erforderliche Information gleich aus einem heraussprudelt.

Hier ist noch ein Tipp, den Du vielleicht sofort umsetzen magst:

Dass unsere eigene Sprache uns aufheitert, motiviert oder herunterzieht, lässt sich leicht am verbreiteten Verb „müssen“ veranschaulichen. Oft müssen wir die Spülmaschine noch ausräumen und dann müssen wir zur Arbeit, wo wir dann die Arbeit des erkrankten Kollegen noch mitmachen müssen. Dann kommen wir nach Hause und beenden das kurze Telefonat mit einem Freund mit den Worten: „Ich muss jetzt einhängen. Die Kinder kommen gleich und ich muss noch was kochen“. Wir merken es nicht und doch ist der ganze Tag ein einziges Muss. Es geht ganz leicht, das abzustellen. Und gleichzeitig dem eigenen Kopf nicht Zwang, sondern Bilder zu geben, ungeliebte Dinge selbstverständlich werden zu lassen und Handlungen, die überhaupt kein Zwang sind, auch nicht als solche auszuformulieren.

Warum auch würde ich/würdest Du das machen wollen?

Hörst Du heute noch damit auf? Und räumst die Spülmaschine aus, gehst mit dem Hund, beantwortest noch eMails? Es ist nicht nur das Streichen vom Muss. Sondern auch eine Art Handlungsbefehl an sich selbst. Ganz ohne Befehlston, sondern mit der Anziehungskraft der Bilder, die Worte in uns hervorrufen. Ein Satz im Präsens zieht Menschen regelrecht in den Ablauf, der angestrebt wird. Und wie Dir jetzt bewusst geworden ist, nicht nur, wenn Du mit anderen sprichst, sondern auch, wenn Du Dich selbst reden hörst.

Viel Spass dabei!

Mehr zu diesem Thema gibt es im Buch Dein adjektives Sprachebuch (von Michael G. Waltenberger und mir) zu lesen. Dem habe ich den obigen Abschnitt nämlich entnommen. Ab März 2016 in zweiter, überarbeiteter Auflage bestellbar. 
http://www.amazon.de/dp/373922083X Dein adjektives Sprachebuch 

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